Schmerz

Ich verneige mich vor meinem größten Lehrer, dem Schmerz.

Dem Schmerz der Nichterfüllung, des nicht Gesehen-Werdens, des Ausgenutzt-Seins, des Verlacht-Werdens. Dem Schmerz der Einsamkeit und des Verlassen-Werdens.

Oft habe ich ihn gefühlt und wieder weggedrängt. Jetzt lasse ich ihn sein und nehme ihn demutsvoll an. Ich spüre, wie es mich innerlich zerreißt, in zwei Teile spaltet.

Mein Herz brennt und schmerzt, mir ist schlecht und ich lasse mich sinken in die unendlichen Weiten und Tiefen des Abgrundes. Ich falle und falle vorbei an den Gesichtern und Grimassen der Vergangenheit. In ein unendliches Meer der Verzweiflung, des Ausgeliefert-Seins und des Erbrechens. Gebrochen und verletzt. In einem schwarzen, quälendem Meer. Da ist niemand.

Nur ich, die sich selbst in die Verdammnis gesetzt hat. Was mache ich hier? Wo ist das Leben?

Ich stehe auf und schaue mich um und sehe das Licht am Horizont. Dort will ich hin. Ich nähere mich dem Licht, verschmelze mit ihm und erkenne, dass ich immer nur Licht (Bewusstsein) war. Ich lasse los von den Dramen und bin bereit, mich dem Leben zu schenken.